REZENSION: Boua­lem San­sal: Zor­ni­ger und hoff­nungs­vol­ler Brief an meine Landsleute

24. Juni 2012

Coverbild_Sansal_Postlagernd(…) Boua­lem San­sals „Brief an meine Lands­leute“ also. (…), San­sal for­dert seine Lands­leute darin „zum Reden und Han­deln auf, in dem sie aus der Ver­gan­gen­heit ler­nen und die Schein­sta­bi­li­tät der aktu­el­len poli­ti­schen Ver­hält­nis­sen hinterfragen“.

Aber woher kommt diese Sprachlosigkeit?

San­sal ver­steht seine Kri­ti­ker so, dass es vor allem um die Außen­wir­kung geht. „[E]in wirk­li­cher Alge­rier“ sagt vor Frem­den, ins­be­son­dere vor Fran­zo­sen „nie­mals (…), was er über sein Land denkt. Gerade diese [so ver­steht San­sal seine Kri­ti­ker] muss man hin­ters Licht füh­ren, damit sie sich nicht ein­bil­den, wir seien unglück­li­cher als unter ihrem Stie­feln.“ (S. 19) Doch gerade die­ses Schwei­gen führt dazu, dass Alge­rien zum „Syn­onym für Schwei­gen und Ter­ror gewor­den ist“ und die junge Gene­ra­tion das Land flieht, „wie man ein Schiff in See­not ver­lässt.“ (S. 6.)

Inter­es­sant fand ich die These San­sals, dass Ex-Kolonisierte mit hoher Wahr­schein­lich­keit dazu nei­gen, sich selbst zu kolo­ni­sie­ren und danach trach­ten, ihre Umge­bung eben­falls zu kolo­ni­sie­ren. (S. 19) (wei­ter lesen)

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